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Der Einzelkinder Laden - Kurzgeschichten aus der Kindertagesstätte

So, da ist sie nun, die Endspielserie der DEL. Und wie haben sie sich gefreut, diese kleinen, teilweise noch zahnlosen Racker. Naja, sie haben es sich ja auch verdient, denn was haben sie sich anstrengen müssen: diese Einzelkinder aus der Haie- und die aus der Eisbärengruppe. Haben sie sich doch gegen die Waldorf Grizzlies, die Tigerenten aus Straubing, die armen Harzer-Pinguine aus der Samt- und Seidenstadt, gegen die unterkühlten Nordlichter, die Luftikusse aus der verbotenen Stadt und die Pantherkinder aus dem komischen Dorf an dem komischen Fluss, die so komisch sprechen (ist das überhaupt eine Sprache?) in vielen kindgerechten und von Erziehern empfohlenen Spielen durchgesetzt und sind nun im Finale, das wieder von den Reformpädagogen aus Österreich landesweit in Deutschland übertragen wird. Natürlich zur besten Sendezeit, damit auch die kleinesten der kleinen Einzelkinder die Spiele verfolgen können. Sollen sie doch zukünftig auch ihre überforderten Eltern davon überzeugen, diesen fortschrittlichen Kinderladen, unter der Leitung solcher Vollblutpsychologen wie dem Kinderladenleiter Gernot Tripcke und seinen kompetenten Mitarbeitern, zu besuchen. Unterstützt werden diese auch noch von so ausgezeichneten Kinderpflegern wie den Herren Schimm, Oswald, Hascher und Piechaczek. Und wenn sie die Aufnahmeprüfung nicht bestehen sollten, können sie doch wenigsten den elitären Kids für viel Geld hinter dem Zaun beim Spielen zusehen.

Also lasst uns nun, die wir seit Jahren nur die Sicht über den Zaun kennen und nicht mitspielen dürfen, die Finalserie genießen und dabei auf dem Sofa im Arm unserer überforderten Elternteile einschlafen, bis die uns mitten in der Nacht wieder wecken. Denn dann werden die Spiele der neo-reformpädagogisch-erzogenen Einzelkinder von diesem unbekannten Planeten aus einem sehr entfernten Sonnensystem übertragen, und eins sag ich euch: „Die können spielen, diese Rugrats aus der NHL (Nicht Humanoide Lebensformen).

SchopenHauer am 13.4.13 20:52


Das Märchen vom Schweden

Es war einmal ein alter, weiser Schwede, der hatte schon viel erlebt. Zu Ruhm und Ansehen war er gelangt, weil er ein furchtloser Dompteur war, der sich den schwierigsten Aufgaben stellte und schon allerlei gefährliche Tiere gezähmt hatte. Deutsche Adler, finnische Löwen, ja sogar russische Bären hatte er erlegt, als er dereinst Chefdompteur des schwedischen Nationalzirkus war. Den edlen schwedischen Tieren hatte er spektakuläre Tricks beigebracht, die dem Publikum in aller Welt den Atem raubten. Für seine außergewöhnlichen Erfolge verlieh man ihm so manche wertvolle Münze. Man gab ihm Bronzemünzen, Silbertaler, ja sogar Goldstücke wurden ihm übergeben.

Auch der König des Landes war beeindruckt von der Furchtlosigkeit des alten Schweden und bat ihn eines Tages zu sich. „Alter Schwede,“ sprach er, „du hast nun alles erreicht, was man mit diesen edlen Tieren erreichen kann. Du hast Ansehen und Ruhm in mein Königreich gebracht, dafür sollst du reich belohnt werden. Ein so furchtloser Mann, wie du es bist, hat ein eigenes Königreich verdient. Meine Tochter kann ich dir aber nicht geben, die habe ich bereits einem anderen versprochen. Jedoch gibt es im Osten ein kleines, von Sümpfen durchzogenes Land, das dereinst zu Schweden gehörte. Dieses soll dir gehören.“ Der alte Schwede war erfüllt von Freude, doch der König sprach weiter: „Drei Aufgaben sollst du erfüllen um deine Furchtlosigkeit zu beweisen: Zuerst zähme die Löwen im sagenumwobenen Land des Käsefondues, dann ziehe los in den tiefen Osten um die gar grausamen Eisbären zu handzahmen Teddybären zu machen. Doch die letzte Aufgabe verlangt von dir all deinen Mut: Mache dich auf in die Stadt des Glühweins und der Lebkuchen und bändige die wilde Horde Tiger, die sich dort niedergelassen hat. Man sagt, selbst mit Silberkugeln seien diese mit einem Fluch belasteten Tiere nicht zu töten. Wenn du dich diesen Aufgaben gestellt hast, bist du wahrlich der furchtloseste Mann der Welt.“

Besorgt zog der alte Schwede los, denn er hatte schon viel gehört von dem grausamen Fluch, der seit Jahren über diesen Tigern lastete. Viele Dompteure hatten sich versucht, doch keiner hatte den Fluch je brechen können. Zuerst jedoch musste er sich im Land des Käsefondues beweisen. Dort erwarteten ihn brüllende Löwen, die im dortigen Zirkuszelt derart für Angst und Schrecken sorgten, dass man auch die Besucher in abgetrennte Käfige sperrte. Menschen aus der Fremde ließen sich in diese Käfige sperren um dort ihren Mut zu beweisen. Den alten Schweden jedoch konnten die lauten Löwen nicht täuschen. Lebens- und welterfahren, wie er war, macht er von einer List gebrauch und in kürzester Zeit waren die wilden Tiere zahme Schmusekätzchen.

So zog der alte Schwede weiter. Einen langen Fußmarsch musste er hinter sich bringen um in der dunklen, kalten Wildnis zu den blutdurstigen Eisbären zu gelangen. So mancher hatte in dieser eisigen Schlucht sein Leben gelassen und war von den Bestien zerfleischt worden. Auch die düster dreinschauenden Einheimischen konnten so manche Grausamkeit berichten. Doch auch diese Berichte konnten ihn nicht aus der Ruhe bringen. Mit Vorsicht und Bedacht wählte der alte Schwede seine Taktik, es waren schließlich nicht die ersten russischen Bären, die er bezwingen musste. Und so war es auch diesmal, schnell hatte er das blutrünstige Pack zur Ruhe gebracht.

Nun war es aber an der Zeit aufzubrechen in die Stadt des Glühweins und der Lebkuchen, wo die schwerste Aufgabe auf ihn wartete. Gar schreckliche Geschichten waren ihm zu Ohren gekommen. So traf er am Wegesrand ein altes faltiges Männlein mit Schnauzer. Dieses fragte ihn: „Wohin des Weges, alter Freund?“ Der alte Schwede sprach:

„Gen Westen in das Sabo-Land,
dort wo dereinst das Linde stand!“

„Hast du dir das gut überlegt?
Ein Fluch liegt über diesem Ort,
besser du drehst um, sofort!
Einst kämpfte ich mit frohem Mut,
hoffte, es wird alles gut.
Doch beraubt von jedem Traum,
traut’ ich meinen Augen kaum.
Tief enttäuscht, den Tränen nah,
ging ich zurück nach Kanada.“

Doch der tapfere Schwede ließ sich nicht beeindrucken und sprach:
„Väterchen, verzage nicht, ich werde schon einen Weg finden.“

Und so schritt er weiter den Weg entlang bis ihm ein weiterer seltsamer Herr begegnete. Dieser hatte zornesrote Augen und sprach mit fremdem Akzent: „Wohin des Weges?“

„Gen Westen in das Sabo-Land,
dort wo dereinst das Linde stand!“

„Hast du dir das gut überlegt?
Ein Fluch liegt über diesem Ort,
besser du drehst um, sofort!
Alles gab ich und verlor,
auch wenn ich immer wieder schwor:
Mit Charakter und Talent
würde alles gut am End!
Aber, ach! es war vergebens,
trauer’ bis ans End des Lebens.“

Noch immer war der Schwede nicht beeindruckt:
„Kein Grund zu verzagen, ich werde schon einen Weg finden.“

So wanderte der alte Schwede weiter bis er schon den Glühwein Duft in der Nase hatte. Doch plötzlich hörte er ein Schluchzen und sah einen zusammengekauerten Mann am Boden hocken, der in ein Taschentuch weinte. Der Schwede fragte: „Junger Freund, was ist denn dir widerfahren?“

„Ich komme aus dem Sabo-Land,
dort wo dereinst das Linde stand.“

„Weshalb trauerst du, mein Bester?“

„Ein Fluch liegt über diesem Ort,
besser du drehst um, sofort!
Mit Hoffnung, Freude und Elan,
nahm ich mich der Tiger an.
Schliff die Krallen, zähmte sie,
machte sie zu bravem Vieh.
Doch das Glück war nicht von Dauer,
darum bin ich nun in Trauer.“

Nun war es dem Schweden doch ein wenig mulmig, aber er sagte zu dem Mann:
„Junger Freund, gräm dich nicht, ich werde schon einen Weg finden.“

So kam es nun, dass der Schwede in die Stadt des Glühweins und der Lebkuchen einzog und dort von den Menschen gefeiert wurde, da er versprach die wilden Tiger zu zähmen. Zu seinen Ehren wurde ein großes Fest bereitet, welches im größten Freiluftzirkus des Ortes stattfand. Vorgeführt wurden alte Tanzbären, die gnadenlos zerfleischt wurden von den ungezähmten Tigern. Beeindruckt von den wilden Tieren machte sich der Schwede nun an die Arbeit. Doch seine Gedanken waren immer wieder bei den drei Männern, die ihn auf seinem Weg gewarnt hatten. Einmal erzählte er dem ihm zur Seite gestellten Tierpfleger von den drei Gestalten. Dieser flüsterte mit angsterfülltem Blick: „Viele haben versucht die Tiger zu zähmen, doch niemandem gelang es bisher. Einer wurde von Huskies zerfleischt, einem anderen pickten Adler die Augen aus, einer wurde von Haien gefressen, einem gaben Panther und Löwen den Rest, ja sogar Skorpione stachen zu! Man sagt ihre Geister warnen jeden, der sich aufmacht die Tiger zu zähmen. Auch ich habe sie gesehen.“ Es schauderte den alten Schweden, doch verließ ihn nicht der Mut. Tapfer stellte er sich jeden Tag seiner Aufgabe und konnte selbst den Tierpfleger davon überzeugen, dass sie die Tiger zu zarten Schmusekatzen machen könnten. Und tatsächlich, der alte Schwede fand eine List mit der die wilde Horde allerlei spektakuläre Kunststücke unter seinem Kommando aufführte. Die ganze Stadt war begeistert und als eines Tages eine Meute wilder Grizzlybären über den Ort einfielen, sprach der Lakai des Zirkusdirektors: „Alter Schwede, du hast die Tiger gezähmt und man hört, du bekämpftest die widerwärtigsten russischen Bären. Befreie uns von den schrecklichen Grizzlybären und du sollst auf ewig unser Chefdompteur sein. Außerdem sollst du reich mit Silbermünzen belohnt werden!“ Dies ließ sich der alte Schwede nicht zweimal sagen und entwarf sogleich einen Plan. Vergessen waren Fluch und versprochenes Königreich, doch leider kommt es selten, wie man wünscht. So schien des Schwedens Plan zunächst von Erfolg gekrönt zu werden, doch als er sich schon über die verdienten Silbermünzen freute, erschien ihm der zweite Geist, der ihm auf dem Weg begegnet war:

„Alter Schwede, alter Schwede,
denke stets an meine Rede!
Ein Fluch liegt über diesem Ort,
besser du drehst um, sofort!
Otto wurd’ ich einst genannt,
war in Stadt und Land bekannt.
Doch glücklich werden konnt’ ich nicht,
schaut’ in des Direktors wahr’s Gesicht!“

Der Schwede wurde aschfahl und auch der Tierpfleger an seiner Seite hatte den Geist gesehen. Doch aufgeben konnte und wollte der alte Schwede nicht. Er hatte die Tiger gezähmt, ihm war ein Königreich versprochen, da konnte ihn doch kein Fluch aufhalten! Aber es kam, wie der Geist prophezeit hatte. Die grausamen Grizzlybären hinterließen ein Schlachtfeld der Verwüstung, dennoch sprach der Lakai des Direktors: „Alter Schwede, du warst tapfer im Kampf, ich will dich dennoch auf ewig zum Chefdompteur ernennen!“ Doch kaum hatte er dies gesprochen, tat sich die Erde auf, verschluckte den Lakaien und ließ den alten Schweden ratlos zurück. Plötzlich stiegen die Geister der vergangenen Dompteure und Lakaien auf und sprachen:

„Ein Fluch liegt über diesem Ort,
besser du drehst um, sofort!
Auf zum König, geh zurück,
suche dort dein neues Glück.
Frieden kehrt hier niemals ein,
es wird zu deinem Besten sein.
Gefangen bist du und verflucht,
wenn du nicht bald das Weite suchst!“

Dies war dem Schweden eine Warnung, so etwas hatte er noch nie erlebt, selbst in den wilden Wäldern Russlands, welche bekanntlich verwunschen sind. So machte sich der Schwede mit Sack und Pack auf den Weg zurück zu seinem König. Dieser empfing den tapferen Mann mit Freuden und übertrug ihm sofort sein neues Königreich. Dort ist er bekannt als Kunigas Gus I von Finnland. Und wenn er nicht gestorben ist, herrscht er dort noch heute mit Güte und Weisheit.

- ENDE -

Mariechen am 12.4.13 22:11


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