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Kiitos ja kippis I: Tervetuloa Helsingissä!

Moi! Bald ist es wieder so weit: Hoch im Norden Europas findet das Gipfeltreffen der besten nicht-NHL-Playoffs-spielenden-Eishockeyspieler der Welt statt. Vorfreude auf Härte, Eleganz, Spannung und Emotion ist angesagt! Der ein oder andere deutsche Fan soll sich ja in das berüchtigte Land mit diesen trinkfesten, verkleidungsfreudigen Menschen wagen, deren Sprache trotz simpelster Ausspracheregeln (erste Silbe betonen, Aussprache größtenteils wie im Deutschen, y klingt wie ü, h wird am Silbenende zu ch) deutschen Kommentatoren seit Jahren fürchterliche Probleme bereitet. Es ist aber auch gemein, sich einfach eine ganz andere Sprache auszudenken, in der Worte wie jääkiekonmaajoukkueenmaalivahti (wörtlich: Eis-Scheiben-Land-Mannschafts-Tor-Wächter) Sinn ergeben. Eigentlich sollte man als Deutscher Freund des zusammengesetzten Wortes sein, aber man muss zugeben, auf die Zusammensetzfreude der Finnen ist selbst der Donaudampfschifffahrtskapitän manchmal neidisch. Nun, wer sich also aufmacht zu den jääkiekonmaailmanmestaruuskilpailut, der sollte sich die Zeit nehmen und Land und Leute erkunden. Aber: Varoitus! Die Verwirrung steckt in der Sprache. (Falls ich mich an manchen Stellen sprachlich selbst verwirren sollte, verzeiht mir!)

 

Verwirrungstaktik Nr. 1: Perkele! Wo kommen nur diese ganzen Umlaute her?

Die Finnen sind ein unheimlich lustiges Volk, darum verwenden sie gerne Buchstaben mit Punkten. Die treten gerne im Doppelpack auf und befinden sich auch gerne mehrfach im Wort. Also nicht verwirren lassen, wenn der Schiri kyynärpäätaklaus (sprich: küünär-pää-taklaus) pfeift. Und weil sie von ääääs und öööös und yyyys (sprich: üüüü ) nicht genug bekommen, haben sie die „Vokalharmonie“ erfunden und passen die Endung einfach dem Wort an.

 

Verwirrungstaktik Nr. 2: Wer hat nur diese ganzen Buchstaben aneinander gehängt?

Nicht nur, dass er gerne Buchstaben verdoppelt, nein, der Finne hängt einfach gerne Wörter aneinander. Und damit nicht genug, man kann ja noch ein paar Endungen dranhängen. Oder einfach Wörter mit Endungen aneinander hängen. Man soll ja was von dem Wort haben. Der jääkiekonmaailmanmestaruuskilpailuinerotuomari hat Glück, dass man auf dem Eis englisch spricht. Doch wenn der jääkiekonmaailmanmestaruuskilpailuinstadioninkuuluttaja die Rückennummern in Landessprache vorliest, kann er froh sein, dass er nur bis yhdeksänkymmentäyhdeksän (sprich: üchdeksän-kümmentä-üchdeksän) zählen muss.

 

Verwirrungstaktik Nr. 3: Vorhin hörte dieses Wort doch noch anders auf!

Wer schon im Lateinunterricht Panik vor dem Ablativ hatte, sollte jetzt panisch schreiend im Kreis rennen. Im Finnischen haben Nominativ, Genitiv, Akkusativ und Ablativ viele lustige Freunde. Wer braucht schon lokale Präpositionen, wenn man lustige Endungen an Wörter hängen kann. Also immer dran denken, wenn man Helsingissä hotelista bussilla Hartwall Areenaan fährt…

 

Und hier noch ein paar Tipps, falls es zum erneuten DEBakel kommt:

Alkohol ist keine Lösung – jedenfalls keine billige. Darum sollte man sich anders ablenken. „Helsinki on kiva kaupunki.“ Das lernt man ziemlich schnell im Finnischkurs. Wer also eine Überdosis Hockey hat, für den gibt es genügend Alternativen. Zum Beispiel einen Ausflug auf die Festungsinsel Suomenlinna oder die Zooinsel Korkeasaari .Wer von Playoffbärten nicht genug bekommt, sollte sich die Schnurrbarttamarine ansehen – und wer jetzt schon begeistert ist von zusammengesetzten Wörtern, kann sich auf die Suche nach der pannukakkukilpikonna machen. Auch Tallinn ist für einen Tagesausflug recht bequem mit der Fähre zu erreichen. Wer es mit Stoßgebeten versuchen möchte, kann es mal in der Temppeliaukion kirkko (die englische Bezeichnung Rock Church ist irreführend, Lordi und Co. sucht man dort vergeblich), der monumentalen Tuomiokirkko oder der ebenfalls monumentalen orthodoxen Uspenskin katedraali versuchen. Wer verzweifelt ein Mitbringsel für die Freundin/Gattin/Mutti sucht, sollte es mal auf den Esplanaden versuchen (z.B. Designerschmuck von Aarikka), den Kauppatori aufsuchen oder einfach zu Stockmanns gehen. Empfehlenswert für den kleinen Hunger zwischendurch: bei einem der Bäcker in der Vanha Kauppahalli eine korvapuusti essen.

20.4.13 22:55
 



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